Lichen ruber

By | 27. August 2011

Die „Rote Flechte“ oder „Knötchenflechte“ ist eine hautärztliche Spezialität. Man findet kleine rote, scharf begrenzte und ganz flache Erhabenheiten (so wie der Tafelberg am Cap der Guten Hoffnung); als Besonderheit weisen diese Erhabenheiten feinste weissliche Linien auf der Oberfläche auf. Meist ziemlich juckend, kann man davon einige wenige oder tausende aufweisen.

Wenn der Lichen „nach innen“ schlägt, findet man auf der Wangenschleimhaut eine weiße Netzzeichnung, die manchmal schmerzhaft ist. Die Eichel beim Mann und der Scheideneingang der Frau können ebenfalls Knötchen oder Ringe aufweisen.

Die gute Nachricht: Die Erkrankung ist nicht ansteckend!!!

Was ist der Lichen ruber? Wesensmässig eine entzündliche Zerstörung der Grenzschicht zwischen unserer Hornhaut und der Lederhaut direkt darunter (die Lederhaut ist das, was blutet, wenn man sich die Haut ritzt). Bemerkenswerterweise ist die Entzündung nur fleckförmig mit einem extrem scharfen Übergang zwischen gesund und krank.

Wie entsteht diese Erkrankung? Der Lichen ruber ist eine Reaktion der Haut auf die unterschiedlichsten Reize. Dazu gehören Medikamente, virale Infekte, Allergien und ganz allgemein eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Eine Knochenmarktransplantation – bei der ein ja nicht wirklich passendes Immunsystem verpflanzt wird – hat als häufige Komplikation eine Lichen-ruber-artige Hauterkrankung zur Folge.

Was tut man dagegen? Die Behandlung zielt auf die Entzündung, wenn man keine Auslöser abstellen kann (zB Medikamente absetzen). Man schluckt oder schmiert Cortison oder unterdrückt die Entzündung mit UV-Licht. Dabei sollte immer eine Abwägung zwischen dem Leiden durch die Krankheit und dem Aufwand und möglichen Schäden durch eine längerwierige Therapie erfolgen!

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