PDT – PhotoDynamische Therapie

By | 4. September 2011

Die PDT erfordert nach der mechanischen Entfernung der tastbaren krankhaften Verhornungen eine spezielle Salbe für die erkrankte Haut etwa 4-5 Stunden vor der eigentlichen Lichttherapie

WiRA-Lampe für die PDT und Warzentherapie

 mit Rotlicht. Für diese Zeit wird das behandelte Gebiet mit einer Plastikfolie abgedeckt. Während der Einwirkzeit verstoffwechseln die Hautzellen den Salbenwirkstoff 5-ALA zu einem Porphyrin. Allerdings haben nach der Einwirkzeit die gesunden Zellen das Porphyrin schon wieder ausgeschieden, die kranken Zellen aber nicht.

Zum Zeitpunkt der Lichtbehandlung sind also nur die kranken Zellen noch porphyrinhaltig. Durch die Rotlichtbestrahlung wird durch das Porphyrin giftiger Sauerstoff erzeugt und tötet – nur die kranken Zellen. (Zum Verständnis: Aus 4 Porphyrinmolekülen machen die Roten Blutkörperchen den roten Blutfarbstoff – und der transportiert Sauerstoff; die Vorstufen-Porphyrine sind sozusagen Zauberlehrlinge, die den Trick noch nicht ganz draufhaben…).

Erfreulicherweise werden die sogenannten Altersflecke (die nicht tastbaren dunklen Flecke der Gesichtshaut) ebenfalls vernichtet.

Das Ergebnis der PDT-Therapie ist also eine glatte, deutlich gleichmässiger pigmentierte Haut, die meist einige Jahre jünger aussieht.

Und der Haken??

Es sind leider zwei Haken, um ehrlich zu sein.

1. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht. Es gibt zB mit der Vereisung durch flüssigen Stickstoff eine billigere und ebenfalls erfolgreiche Behandlung, die allerdings zu der ohnehin fleckigen Gesichtshaut noch weisse Narben hinzufügt – aber das kosmetische Ergebnis ist nicht Gegenstand der Versicherung – nur krank / gesund. Und die Behandlung ist teuer, alleine die Salbe kostet vom Apotheker angerührt für 2g etwa 60€, die Markensalbe sogar um 400€ (!).

2. Die Bestrahlung ist schmerzhaft, sodass während und für einige Zeit nach der Behandlung der helle Brennschmerz mit -30° kalter Luft gelindert werden muss. Bei Bedarf geben wir auch noch Schmerztabletten wie Aspirin für die Nachbehandlung mit.

Das Ergebnis ist für Arzt und Patient gleichermaßen überzeugend. In Vergleichsstudien an universitären Zentren haben fast alle Befragten angegeben, dass sie die PDT viel besser als die Kälte-Therapie finden und bei einer erneuten Behandlung die PDT bevorzugen würden.

Wir empfehlen die PDT als Mittel der ersten Wahl nur bei ausgedehnten Veränderungen, der sogenannten Feld-Cancerisierung. Kleinere, einzelne Gebiete behandeln wir krankenkassengerecht mit Phenol oder auch der Kryotherapie mit flüssigen Stickstoff.

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