Haarausfall zum zweiten – Diagnostik – was ist sinnvoll?

By | 8. November 2011

Der erfahrene Hautarzt kann allein durch Befragung, Hingucken mit dem blossen Auge, an-den-Haaren-ziehen und ggf. Inspektion mit dem Auflichtmikroskop eine sichere Diagnose stellen.

  1. Befragung: Liegen Allgemein-Erkrankungen vor? Medikamente oder hochfiebrige Erkrankungen in letzter Zeit?
  2. Hingucken: liegt eine andere Erkrankung – wie Ekzem, Haarwurzelvereiterung oder Narbenbildung vor?
  3. Hingucken: Ist ein Verkahlungsmuster (engl. „pattern“) erkennbar? …
  4. Zupfen: wieviel Haare lassen sich im betroffenen und im nicht vom Ausfall betroffenen Gebiet ausziehen?
  5. Zupfen: wie sehen die Haarwurzeln aus? (anagen, telogen oder dystroph)
  6. Mikroskop: wieviel miniaturisierte Haare sind vorhanden?

Haarwurzeluntersuchung (Trichogramm), Hormonbestimmungen oder Messung der Spurenelemente (Zink, Selen etc.) sind in aller Regel nicht notwendig, weil sie nichts Erhellendes beitragen, sondern nur Kosten verursachen. Allein für eine Eisenbestimmung gibt es Hinweise für Nützlichkeit.

Durch diese, zugegebenermaßen nicht beeindruckenden, aber viel Sachverstand erfordernde Untersuchungsmaßnahmen kann sicher zwischen Krankheiten, die mit Haarausfall einhergehen und dem anlagebedingten Haarausfall unterschieden werden.

Damit ist auch die Kostenfrage geklärt: Anlagebedingter Haarausfall ist ein nicht gesetzlich versicherter Zustand, genauso wie Falten und Krähenfüsse. Krankheitsbedingter Haarausfall wird als Kassenleistung diagnostiziert und behandelt.

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