„in situ“

By | 5. August 2012

Wenn die fein gewerbliche Untersuchung eines bei ihnen herausgeschnittenen Haut-Tumors den Zusatz „in situ“ hat können Sie sich zwar nicht komplett zurücklehnen, aber dem weiteren Verlauf doch recht entspannt entgegensehen.

Den Begriff in situ verwenden wir, wenn man unter dem Mikroskop erkennt, dass der Tumor seinen Ursprungsgewebe noch nicht verlassen hat, er daher noch keine Chance gehabt hat, zu metastasieren.

Besonders wichtig ist diese Unterscheidung beim bösartigen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Wenn Sie hier einen in situ Tumor haben, ist das so ähnlich, als wenn sie bei einer Seeschlacht einen Treffer oberhalb der Wasserlinie erhalten haben.  Also kein Warnschuss (Schuss vor den Bug) sondern ein echter Treffer,  aber der Dampfer geht nicht unter!

Dann gibt es noch das in-situ-Spinaliom (Stachelzellkrebs), das ist der etwas seltenere Weiße Hautkrebs.  Um bei der Seefahrt zu bleiben, ist ein in-situ-Spinaliom am besten zu vergleichen mit schwerem Rostbefall des Schiffsrumpfes. Genau wie der Rost auf einem Schiff ja nicht nur an einer Stelle auftritt,  haben die Patienten mit einer solchen Veränderung meistens noch weitere Vorstufen  dieses fast immer lichtbedingten Tumors.  Der Patient ist gut beraten, wenn er mit seinen dem Licht ausgesetzten Körperpartien in regelmäßiger hautärztlicher Überwachung (und „Entrostung“) bleibt.  Die minderschweren Vorformen des Lichtkrebses nennen wir Aktinische Keratosen (Lichtschwielen).

 

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