Rosacea – neue Entwicklungen

By | 14. September 2012

„Uralter Fluch der Kelten“. Nun, rote Haare sind schon ein Hingucker, aber knallrote Wangen werden deutlich weniger goutiert… Und die Medizin scheint hier nicht so recht vom Fleck zu kommen, und die Kosmetikerinnen empfehlen einem auch nur eine grünliche Salbe, um mit dem Wangen-Rot zusammen „Hautfarbe“ zu erzeugen. Und unter den ganzen Salbenschichten ist es immer noch viel zu hitzig!

Die Forschung ist seit einigen Jahren dabei, Wirkstoffe zu testen, die an den Gefäßen angreifen, denn die Rötung kommt ja nur von zu weit gestellten Äderchen. Diese sieht man entweder als „geplatze“ Äderchen netzförmig auf den Wangen und der Nase oder als diffuse, nicht einzelnen Gefäßen zuordbare diffuse Rötung. Die „geplatzten“ Äderchen lassen sich recht gut mit der Blitzlampe (IPL) beeinflussen, die diffuse Rötung deutlich weniger.

Ein seit 2010 vermarktetes, aber nicht so recht aus den Startlöchern kommendes, Präparat kommt von der renommierten Firma La Roche Posay: Rosaliac AR Intense Intensiv-Serum. Hier sind es aus Madagaskar (sic!!) kommende pflanzliche Inhaltsstoffe, die sich „gefäßstabilisierend“ bemerkbar machen. Die Konkurrenz schläft nicht: Avene setzt aber mehr auf heimisches: Mäusedornextrakt hat ebenfalls eine Gefäßwirkung. Die in der Rosaliac-Reklame genannten Untersuchungen treiben aber jedem Statistiker Tränen in die Augen: 37 Frauen hatten im Schnitt nach 4 Wochen um 21 % weniger Rötung. Erschütternd.

Eine noch kleinere Patientengruppe (noch dazu Chinesen) zeigte nach Einnahme eines nicht-selektiven Beta-Blockers (Herzmittel) in niedriger Dosis in fast allen Fällen eine Verringerung der Rötung auf 25% (von Stärke 4 auf 1) und eine gemessene Wangentemperatursenkung um 2,2 °C!! (J AmAcad Dermatol, Vol 67,3 (Sep 2012) Seite 491). Da könnte was dran sein, allerdings ist chinesische Haut schon ein wenig anders als  der hiesigen Eingeborenen.

 

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