Spinaliom – weisser Hautkrebs – der zweite

By | 7. Januar 2013

Das Spinaliom, der Stachelzellkrebs der Haut, entsteht in einem fast immer lichtgeschädigten Areal. Glatze, Stirn, Nase, Ohren, Handrücken und Unterarme sind die üblichen Stellen. Opfer dieser Krankheit sind daher ältere (= viel belichtete) Menschen und solche, die es geschafft haben, vor der Zeit zuviel Licht abzukriegen. Dieses „zuviel“ ist relativ – der rotblonde Typ mit Glatze und Garten ist sehr schnell mit von der Tumorpartie.

Auch Menschen, die mit einer Organtransplantation leben oder wegen der Therapie einer chronisch entzündlichen Krankheit (z.B. Colitis, Rheuma, Hepatitis) ein unterdrücktes Immunsystem haben, bekommen deutlich früher als Gleichaltrige ihren Lichtkrebs. Wird jedoch ein älterer, also stärker lichtgeschädigter Mensch transplantiert, kann eine Krebsentstehung innerhalb von Monaten passieren!

Erfreulicherweise gehen der Tumorentstehung aber meist Vorstufen (aktinische Keratose, in-situ-Spinaliom) voraus, welche behandelt werden können, sodass eine ernsthafte Erkrankung zumindest um Jahre hinausgeschoben wird.

Die ebenfalls in belichteten Hautbezirken häufigen, charmant Alterswarzen genannten, harmlosen Wucherungen kann man von einem Stachelzellkrebs und seinen Vorstufen relativ gut durch reines Befühlen abgrenzen. Die unangenehmen Kameraden fühlen sich tatsächlich stachelig an, die Warzen hingegen eher glatt.

Die Behandlung eines echten Spinalioms ist in der Regel operativ, meist ambulant in der Praxis machbar. Unseren ganz alten Patienten kann man sehr schön mit Röntgenstrahlen größere Eingriffe ersparen, bei ca 20 Terminen ist das aber eine elende Fahrerei. Der weitere Verlauf der Erkrankung hängt – wie üblich – von dem Stadium ab: je dünner der Tumor, je besser. Unter 2mm = nie Probleme, über 6mm = in bis zu 10% können Lymphknoten-Metastasen auftreten.

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