Der Säureschutzmantel – sichtbar

By | 23. August 2014

So sieht er aus, der „Säureschutzmantel“. Jedenfalls ein wichtiger Teil davon. Was sehen wir? Eine sich windende Struktur, die durch zahlreiche parallele Linien auffällt. Drüber und drunter ist je eine mehr oder weniger tote Hornhautzelle zu sehen.

Diese bogige Straße mit ihren vielen Spuren besteht aus Fett-Lamellen (wie eine hochgezogene Jalousette). Zusammen mit den toten und flachen Hornzellen bildet sich ein Verbund aus Fett-Lamellen-Schicht – Hornhautzell-Schicht – Fett-Lamellen-Schicht usw. usw. Ich vergleiche das am liebsten mit dem „Kalten Hund“: eine Schicht Bahlsenkeks, eine Schokoladenschicht, wieder Bahlsenkeks…

Das Ganze aber nur wenige hundertstel Millimeter dick – und extrem undurchlässig für viele Schadstoffe.

Bildschirmfoto 2014-08-23 um 19.54.15

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist diese Struktur beschädigt – wie beim

Ekzem oder der Neurodermitis, sieht man es zuerst an den Lamellenschichten – sie werden kaum noch gebildet und die Haut bleibt sehr durchlässig.

Bildschirmfoto 2014-09-06 um 18.08.15Im zweiten Bild sieht man links in dem hellen Bereich angedeutet Linien – das bleibt von der vielspurigen Autobahn übrig bei einer Neurodermitis…. Das rechte Foto zeigt deutlich sichtbarer einige, aber ziemlich ungeordnete Fett-Lamellen. Das ist der Effekt einer längeren Kortison-Salben Behandlung. Mit dem blossen Auge betrachtet sieht diese Haut wahrscheinlich schon recht normal aus. Ist sie aber nicht, dieser zusammengezimmerte „Mantel“ ist noch sehr durchlässig, man sieht es geradezu!

Mit neueren Wirkstoffen lässt sich aber da noch mehr tun:

 

Bildschirmfoto 2014-09-06 um 18.08.02Hier wieder Vorher und Nachher. Das Nachher zeigt schön regelmäßig angeordnete Lamellen, wenn auch nicht so viele wie auf ganz gesunder Haut. Diese Haut kann nur besser funktionieren als die durch Kortison gebesserte Haut!

Das hier untersuchte Salbe war Protopic®. Sie ist etwa 3x teurer als die Cortisonsalbe und leider immer noch nicht für Kinder unter 2 Jahren zugelassen. Die Berufsgenossenschaften hingegen bestehen geradezu darauf, das der berufskranke Handekzempatient diese Salbe benutzt, weil es ganz offensichtlich die Krankheitsdauer verkürzt.

Die Bilder habe ich der Arbeit Comparison of effects of tacrolimus ointment and mometasone furoate cream on the epidermal barrier of patients with atopic dermatitis von Stephan Dähnhardt-Pfeiffer,Dorothee Dähnhardt,Matthias Buchner,Kersten Walter,Ehrhardt Proksch,Regina Fölster-Holst aus dem JDDG Vol. 11 Nr 5 Seite 437-444 nachempfunden. Für eine Orginalabbildung hätte ich 320 Pfund Sterling bezahlen müssen (!!)

Schreibe einen Kommentar