Minocyclin, Doxycyclin und Akne

By | 12. Februar 2011

Doxycyclin und Minocyclin sind Angehörige einer sehr alten Antibiotikagruppe, der Tetracycline. Sie haben neben ihrer antibakteriellen Wirkung noch eine weitere, die wir in der Dermatologie gerne ausnutzen: Sie bremsen die Entzündungsaktivität der weißen Blutkörperchen. Zahlenmäßig am häufigsten benutzten wir diesen Effekt bei der  Akne vulgares. Erfreulicherweise tritt dieser Effekt bereits bei einer Dosis auf, die noch keine antibiotische Wirkung entfaltet,  so dass man nicht mit Nebenwirkungen wie Durchfall oder Scheidenpilzen rechnen muss.

Bei längerem Gebrauch von Minocyclin kann es in sehr seltenen Fällen zu absonderlichen allergischen Nebenwirkung kommen, die von einer allergischen Lungenentzündung über Leberentzündung bis hin zu rheumaartigen Symptomen führen kann. Diese Symptome  verschwinden zwar nach dem Absetzen; trotzdem sollte das Medikament aber nicht über lange Zeit gegeben werden.

Doxycyclin macht in normaler Dosis lichtempfindlich, ist so dass der Anwender im Sommer sonnenbrandartige Symptome verspüren kann. Bei den niedrigen Dosen ist mir das jedoch noch nicht begegnet.

Generell gilt, dass die Wirkung dieser Medikamente nur solange andauert wie man sie nimmt.  Daher sollten diese Tetracycline  immer mit einer Creme kombiniert werden, die die Ursachen der Pickelbildung bekämpft: nämlich der Bildung der Mitesser (Komedonen) vorbeugt.  Dieses ist in aller Regel ein Vitamin A Abkömmling, entweder Vitamin A Säure (Tretinonin) oder Adaptalen.

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